Das Steinemantra des 11anten

11ant Steinemantra

Bild: Rainer Sturm / Pixelio

Wer den Stein der Weisen sucht, und zwar wörtlich genommen, dem geht es vornehmlich um Baustoffe. Aber auch Verfahren aus den Bereichen Heizung, Lüftung und Klima, sowie Innentüren und anderes mehr sind Gegenstand vieler Fragen in entsprechenden Foren. Bei aller Vielschichtigkeit wird die Frage nach dem allerbesten Aufbau von Außenwänden am häufigsten gestellt. Sie wiederholt sich gebetsmühlenartig. So entstand der Begriff “Steinemantra” (in Foren #steinemantra) für meine entsprechenden Antworten.

Die Diskussionen darum werden oft sehr emotional geführt, weshalb mein Hauptanliegen ist, die Leserinnen und Leser zu befähigen, transparent die dargelegten, durchaus subjektiven, Einschätzungen nachzuvollziehen. Objektiv ist bei diesem Thema nämlich nur die Erkenntnis, dass es keine einzige allgemeingültige Wahrheit gibt. Und bei so manch einem Sängerstreit über die Lösungen A und B werden die Lösungen C und D übersehen.

Hausbau ist Vertrauenssache

Es geht um viel Geld. Daher kommt dem “Bauchgefühl” eine große Bedeutung zu, wenn es um die Wahl der Partner am Bau geht, gefolgt von der Frage, wie sich das Vertrauen in die fachlichen Fähigkeiten des Bauunternehmers im wahrsten Wortsinn “untermauern” lässt.

Material und Verarbeiter sind ein nicht trennbares Paket

Jedes Steinmaterial, bzw. jedes System aus Stein, Mörtel oder anderem Material, hat nicht nur spezifische physikalische Eigenschaften, sondern auch besondere Eigenheiten. Damit meine ich zum Beispiel, welche “Zicken” es beim Verbinden mit anderen Bauteilen macht und wie man diesen beikommt. Da hilft Routine. Nur wehe dem, der aus diesem sicheren Fahrwasser heraus muss und nicht darauf zurückgreifen kann. Deswegen ist es leider fast so sicher wie das Amen in der Kirche, dass der Verarbeiter Fehler macht, wenn ihn der Kunde zu einer Premiere nötigt: „Verwende doch bitte diesmal das Superduper-Testsieger-Material. Das ist der neueste Stand der Technik.“ Zwei Aspekte möchte ich Ihnen dabei zu bedenken geben:

1. Versionen 1.0 neuester Technik sind oft schon bald die Montagsprodukte von gestern.

2.  Was im Labor noch wie ein Siebenmeilenschritt aussah, hat sich nicht selten bald als Quantensprung entpuppt.

Im Ergebnis bedeutet das: Das Risiko einer Materialverarbeitung ohne Routine ist mit hoher Wahrscheinlichkeit größer als die Verbesserung, die jeder Unterschied in den Messwerten diverser Material-Testverfahren zu versprechen scheint.

Wonach der Bauunternehmer Materialien auswählt

Der Bauunternehmer verdient sein Geld nicht mit Philosophie, sondern mit dem Steinestapeln zum Zwecke der Räumebildung. Dazu braucht er ein Material, welches sich rationell verarbeiten lässt, zuverlässig geliefert wird, mäßigen Tagespreisschwankungen unterliegt usw. Wertvoll sind für ihn auch noch ein ausgefeiltes System, ein kompetenter Support bei kniffligen Fragen und adäquate Schulungen. Das alles sind für den Bauunternehmer Parameter, von denen ein Endkunde niemals etwas erfährt.

Aus diesem Paket von für ihn relevanten Kriterien sucht sich der Bauunternehmer dann meist zwei bis drei Anbieter heraus. Nur einer wäre unklug, denn Lieferengpässe kosten Zeit und Geld. Zu viele würde hingegen bedeuten, bei keinem Lieferanten auf günstige Mengenkonditionen zu kommen.

Das alles gilt im Übrigen für andere Dinge genauso, beispielsweise für Wärmepumpen, Steine, Fliesen oder Fenster. Kundinnen und Kunden sind also klug beraten, wenn sie die berühmten “Fünfe gerade sein” lassen und dem Vorschlag des Verarbeiters folgen, statt ihm mit ihrem eigenen Stein der Weisheit vor den Kopf zu schlagen.

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