Das Zwischenhaus: ein Sprungbrett

Zwischenhaus

Bild: Tim Reckmann  / pixelio

Heute möchte ich Ihnen Mut machen, einen “Plan B” mit Freude anzustreben. Was ich das Zwischenhaus (in Foren und sozialen Medien: #zwischenhaus) nenne, ist nicht räumlich, sondern zeitlich gemeint. Es geht also um kein Reihenmittelhaus, sondern um ein Haus nur für einige Jahre.

Kein Grundstück für das freistehende Einfamilienhaus?

Viele Bauwillige, die ein freistehendes Einfamilienhaus anstreben, sind mit ihrer Grundstückssuche dafür erfolglos. Dann erweitern sie ihren Suchradius und/oder freunden sich damit an, die gewünschte Hausform gebraucht zu erwerben. Oftmals erwägen sie auch, von freistehend auf Doppelhaushälfte zu gehen.

Einerseits wird diese Kompromissbereitschaft meist nicht mit Erfolg belohnt, andererseits wird trotzig daran festgehalten, um nur ja nicht der Enttäuschung noch mehr Raum zu geben. Denn das wäre ja eine Kapitulation. Oder vielleicht nicht?

Währenddessen bleibt die Zeit nicht stehen. Die nächste Mieterhöhung rückt näher, die Kinder wachsen weiter und die Entfernung zum Arbeitsort wird auch nicht kürzer. Es bleibt dabei: Ein Eigenheim muss her, und das nicht erst am Sankt Nimmerleinstag!

Zwei Einwände

… höre ich immer wieder:

1. Eine auf Kompromissniveau gefundene Lösung ist ein Klotz am Bein. Und wenn doch plötzlich das Märchenschloss am Horizont erscheint, wird man ihn nicht zügig genug wieder los.

2.  Das Zwischenhaus ist der Sarg für den Traum vom freistehenden Einfamilienhaus.

Eine solch negative Perspektive sollten Sie schleunigst begraben! Ich gehe sogar noch weiter, und rate Ihnen: Begrüßen Sie das Zwischenhaus als Sprungbrett und freuen Sie sich darauf. Kaufen Sie es mit der gleichen Haltung, wie Sie einen hochbetagten Hund aus dem Tierheim holen. Der verlangt Ihnen ein paar besondere Rücksichten ab, und er jagt auch nicht mehr wie der Wind über die Felder. Wenn die Zeit des Abschieds gekommen ist, werden Sie das Familienalbum mit Tränen der Rührung über den liebgewonnenen Kameraden durchblättern. Teilen Sie Ihre Energie auch nicht zwischen Traum- und Zwischenhaus auf, denn dann fahren Sie mit halber Kraft zweigleisig.

Konzentrieren Sie sich auf den “Plan B”

… und suchen Sie das Zwischenhaus gezielt und bewusst! Vergeuden Sie auch keine Energien damit, das Zwischenhaus mithilfe von Schönheitsoperationen an das ursprüngliche Traumhaus anzunähern. Heben Sie sich den offenen Kamin für das spätere Haus auf und bedrängen Sie den Bauträger nicht mit Sonderwünschen nach backblechgroßen Bodenfliesen. Halten Sie mich für verrückt, aber ich kenne wirklich glückliche Menschen, die allmorgendlich ihre Jalousien von Hand hochziehen. Ein bisschen Abstand zur Perfektion ist kein Untergang. Bleiben Sie beim Zwischenhaus in einem Korridor von marktgängigen Ausstattungen und erfreuen sich einfach daran, dass Sie die intensivsten Familienjahre bereits in einem Eigenheim verbringen, während Villabajo weiterhin erfolglos über Immobilienanzeigen brütet. Seien Sie einmal im Leben so kühn und wechseln Sie das Haus wie ein Auto!

Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!

Einen Punkt sollten Sie jedoch beachten, aber nicht als Haken an der Sache, sondern um Finanzierungsprobleme zu vermeiden: Da Sie das Zwischenhaus nicht so lange behalten werden, wie man sinnvollerweise die Laufzeit einer Baufinanzierung ansetzt, sollten Sie das Thema bei Ihrem Baufinanzierer schon im Vorfeld ansprechen. Erklären Sie ganz offen, dass Sie das Objekt zu einem noch unbestimmten Zeitpunkt während der Laufzeit auswechseln wollen.

Damit ist die Sache eigentlich schon geritzt, Sie dürfen durchaus darauf vertrauen, dass Zwischenhäuser noch eine ganze Weile “wie warme Semmeln“ weggehen werden. Einen wichtigen Beitrag dazu leisten Sie selbst, indem Sie ein solches Objekt möglichst standardnah belassen.

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2 thoughts on “Das Zwischenhaus: ein Sprungbrett

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