Bau-Wörterbuch

Bauwoerterbuch

(in alphabetischer Reihenfolge)

Bild: wobigrafie / Pixelio

Das Baubegriffe-Glossar wird ständig erweitert. Bitte schreiben Sie uns, wenn Sie einen Begriff erklärt haben möchten, den Sie hier nicht finden.

Abseite
Raum niedriger Höhe unter einem Schrägdach, von der Raumseite gesehen “jenseits” des Drempels gelegen und früher häufig als Abstellraum für Koffer oder dergleichen verwendet. Vornehmlich aus dämmtechnischen Gründen wird diese Nutzung heutzutage unterlassen, was die Verdrängung des Drempels durch den Kniestock wesentlich mit forciert.
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Anker
Eisen, das in eine Konstruktionsmauerschale eingebracht wird und aus dieser in eine Vormauerschale hinein steht, in deren Lagerfugen es dann eingemörtelt wird.
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Architekt
Architektin oder Architekt ist die geschützte Berufsbezeichnung einer nach einer akademischen Ausbildung nachweislich befähigten Person, Gebäude nicht nur ingenieursmäßig, sondern auch konzeptionell zu entwerfen und die beteiligten Handwerker mit Plänen zu führen. Die betreffenden Personen sind – sofern freiberuflich selbständig tätig – in einer sogenannten Architektenrolle eingetragene Pflichtmitglieder der Architektenkammer ihres jeweiligen Bundeslandes und haben dann auch eine Berufshaftpflicht für die von ihnen zu verantwortenden „Kunstfehler“ und Vermögensschäden ihrer Bauherren und Baudamen nachzuweisen.
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Bauantrag
Der förmliche Bauantrag enthält alle Angaben zur nachprüfbaren Einhaltung der jeweilig gültigen Bauvorschriften. Er muss von einem bauvorlageberechtigten Entwurfsverfasser gestellt werden. Dies trifft auf in der Architektenrolle eingetragene, kammerangehörige Architekten zu. Je nach Bundesland und Größe des Bauvorhabens können auch beispielsweise Bauingenieure oder Maurer- bzw. Zimmerermeister bauvorlageberechtigt sein.
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Bauherr
Der Begriff des Bauherrn bezeichnet – vergleichbar dem des Bauunternehmers oder des Kaufmannes – die rechtliche Stellung des Auftraggebers eines Hausbauprojektes gegenüber einem Architekten oder Bauunternehmer, während der einzelne Handwerker den Bauherrn allgemein „Auftraggeber“ nennt. Beim Einfamilienhaus zur überwiegend eigenen Nutzung wird der Bauherr regelmäßig als Nichtkaufmann bzw. Verbraucher behandelt. Teilweise kommt ihm eine Mitverantwortung zu, zum Beispiel für das Vorliegen einer Baugenehmigung, die Einhaltung von Bauvorschriften beim sogenannten „Freisteller“ oder in Fragen der Haftpflicht auf der Baustelle.
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Bauingenieur
Bauingenieurinnen oder Bauingenieure haben Ingenieurwesen mit dem Schwerpunkt auf Bauwesen studiert. Viele von ihnen haben daneben – teilweise ebenfalls als Vollstudium – auch Architektur studiert. Wer dabei – zum Beispiel als Bauleiterin oder Bauleiter – nicht architektonisch tätig sein will, arbeitet danach nicht in einem eigenen Architekturbüro, häufig aber angestellt in einem solchen, etwa in der Tragwerksplanung oder in der Gebäudetechnik.
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Bauleiter
Wie bereits im Beitrag „von Bauleitern und … Bauleitern“ ausgeführt, gibt es zwei sehr unterschiedliche Zuschnitte der Tätigkeit einer Bauleiterin oder eines Bauleiters. Leider wird oft fälschlich angenommen, getan würde dabei jeweils dasselbe – und folglich: wer den anderen habe, der bräuchte den einen nicht mehr. Wie im genannten Beitrag ausführlicher erklärt, geht es dabei um eine Art Moderator und Oberkommandierenden auf der Baustelle, wobei in beiden Fällen regelmäßig mehrere Baustellen zu betreuen sind.
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Bauträger (BT)
Korrekt verwendet bezeichnet dieser Begriff ausschließlich dann einen Bauunternehmer, wenn dieser als gewerbsmäßiger Bauherr Wohngebäude zu dem Zweck herstellt, das Eigentum am fertigen Gebäude (im Ganzen oder in Form von Eigentumswohnungen) zu verkaufen (siehe Beitrag „Der Bauträger: gern gesucht und oft verwechselt“). Er wird dabei nicht auf Bestellung, sondern auf eigene Initiative und Rechnung tätig. Da in der Marktrealität zunehmend erst dann gebaut wird, wenn bereits ein Käufer sein Interesse bekundet hat, kann der Interessent der Begriffsabgrenzung oft nicht folgen und/oder hält den Begriff fälschlich für die „richtige“ Bezeichnung des Generalunternehmers. Beim Arbeiten mit Kundengeldern gilt für den Bauträger die sogenannte „Makler- und Bauträgerverordung“ (MaBV, Langname: Verordnung über die Pflichten der Immobilienmakler, Darlehensvermittler, Bauträger, Baubetreuer und Wohnimmobilienverwalter).
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Bauunternehmer
Der Begriff bezeichnet ähnlich wie „Kaufmann“ auch eine rechtliche Position, die das Bauunternehmen gegenüber seinem Auftraggeber innehat. Die gleichnamige natürliche Person der Bauunternehmerin oder des Bauunternehmers führt ein – sehr häufig als Einzelunternehmen aufgestelltes – Baugeschäft als „meisterpflichtiges“ Gewerbe. Regelmäßig gehört diese Person dem Berufsbild „Maurer und Betonbauer“ an. Bauunternehmer betätigen sich meistens als Generalunternehmer oder Bauträger.
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Bauvoranfrage
Mit einer Bauvoranfrage kann man gegen eine geringe Gebühr ausloten, ob sich für das fragliche Baugrundstück überhaupt die Beauftragung eines Architekten lohnt. Hierbei geht es zunächst nur um die grundsätzliche Bebaubarkeit des Grundstückes – noch ohne geologische Baugrunduntersuchungen – z. B. mit einem einzelnen Wohngebäude. Die Spezifikationen gehen nicht über die Angaben aus der Nutzungsschablone hinaus, alle geforderten Skizzen können also vom mit einem Lineal bewaffneten Bauherrn selbst beigebracht werden.
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Bauzeichner
Bauzeichnerinnen oder Bauzeichner werden technische Zeichner dann genannt, wenn sie speziell für die Herstellung von Bauzeichnungen ausgebildet sind. Es handelt sich um einen nichtakademischen Ausbildungsberuf. Bauzeichner sind also keine Architekten mit der Befähigung zu eigenen Entwürfen oder gar der Berechtigung, Pläne eigenverantwortlich zu Bauanträgen einzureichen. In kleinen Architekturbüros gehört regelmäßig auch ein breit gefächertes Spektrum an weiteren Gehilfentätigkeiten für den Architekten, zum Beispiel bei der Bauleitung, zu ihrem Tätigkeitsfeld.
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Binder (bei Dachkonstuktionen)
Dreieckselemente aus einem Untergurt, Sparren und Strebewerk kombiniert.
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Binder (bei Mauersteinen)
quer zu seinen Nachbarn ausgerichteter Mauerziegel. Zu Zeiten kleinformatig gemauerter Wände wurden abwechselnd Binder- und Läuferlagen übereinander geschichtet = „aufgemauert“.
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Briefkasten-GU
Inoffizielle Bezeichnung für einen Generalunternehmer ohne eigenes Personal. Dem Wunsch vieler Bauherren nach Häusern „aus einer Hand“ und zu einem vereinbarten Festpreis folgend, betätigen sich zunehmend auch kleinste Bauunternehmer und sogar Architekten als Generalunternehmer, ohne über mehr als sich selbst und eine Teilzeitschreibkraft hinaus überhaupt über baugewerbliches Personal zu verfügen. Gelegentlich beschäftigen sie auch angestellte oder „feste freie“ Allround-Bauhilfsarbeiter, sind jedoch im Hinblick auf ständige Gehaltsverpflichtungen ausnehmend „schlank aufgestellt“. Prinzipiell ist daran nichts zu beanstanden, jedoch suchen gerne auch gestrauchelte Bauträger oder Makler auf diese Weise ein neues Betätigungsfeld. Entsprechend ihrer Geschäftshistorie haben Briefkasten-GU´ es schwerer als „ausgewachsene“ und langjährig bekannte GU´, Banken für Fertigstellungsbürgschaften zu finden.
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Dachfirst
“Gebirgskamm” oder “Mittelscheitel” eines geneigten Hausdaches
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Dachgeschoss
Obergeschoss mit Dachschrägen
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Dachneigung
Neigung der Dachfläche, angegeben in Winkelgraden
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Drempel
ungebräuchlich gewordene Abtrennung des Teiles eines Dachraumes, der aus Gründen der niedrigen Höhe kaum nutzbar ist. Im Regiolekt wird der Begriff des Drempels gerne, aber fälschlich synonym für denjenigen des Kniestockes verwendet, welcher bauhistorisch faktisch als sein Nachfolger angesehen werden kann.
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Erdgeschoss
Als Erdgeschoss wird ein Stockwerk zweckmäßig nur dann bezeichnet, wenn es beidseitig ungefähr ebenerdig ist. Ist es beispielsweise bei einem Hanggrundstück nur auf der Gartenebene an das Gelände anschließend, anstatt auch den Eingang zu beinhalten, empfiehlt sich die Bezeichnung Gartengeschoss.
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Fachplaner
Oberbegriff für eine Reihe von Ingenieuren, die nach dem Architekten noch mit den Bauplänen zu tun bekommen. Am bekanntesten ist von ihnen wohl der Statiker, der z. B. für die Berechnung der Deckenbewehrungen und den Nachweis der Standsicherheit des Gebäudes zuständig ist. Aber auch für die Darstellungen zum Bauantrag, wie welche Abwässer abgeleitet werden sollen, gibt es besondere Fachplaner.
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Fertighaus
Als Fertighaus wird meist ein Haus bezeichnet, das in einer Werkshalle aus vorgefertigten Holzrahmentafeln gebaut wird. Dabei ist gerne fälschlich von einer Holzständerbauweise die Rede. Es gibt jedoch auch andere Bauweisen und -materialien für vorgefertigte Wandtafeln, sogar aus Ziegeln kann man solche herstellen. Wirklich fertig ist ein solches Haus noch nicht, wenn es als geschlossene Hülle einschließlich vorgedecktem Dach aufgestellt wurde. Regelmäßig hat es jedoch schon den vollständigen Außenputz und innen tapezierfertige Wände.
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Firsthöhe
Höhe des Dachfirstes, angegeben in Metern über einer Bezugshöhe des Grundstückes (seltener: über Normalnull)
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Flachschwelle
Schwelle mit geringstmöglicher Bauhöhe als untere Kante eines Fensterstockes, wenn ein bodentiefes Fenster als rollatorgerechte Terrassentür genutzt werden soll.
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Freisteller
Manche Landesbauordnungen sehen zur Verwaltungsvereinfachung die Möglichkeit vor, ein Bauvorhaben von der Einreichung eines förmlichen Bauantrages freizustellen, unter der Voraussetzung, dass der Architekt und die Bauleute die Einhaltung der jeweils gültigen Bauvorschriften versichern. Eine weitere zwingende Voraussetzung für die Anwendung des sogenannten „Freistellers“ ist, dass keine Ausnahmen von den Vorschriften begehrt werden. Wünscht man zum Beispiel ein höheres Dach als im Bebauungsplan vorgesehen, muss der förmliche Antragsweg beschritten werden. Wenn im Einzelfall Ungewissheiten darüber bestehen, ob das Gebäude die Rahmenbedingungen des Bebauungsplanes einhält, wird meist ebenfalls die Rechtssicherheit des genehmigten Antrags bevorzugt.
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Gaube
Von der Traufe zurückspringender Dachaufbau, üblich gewesen auf dem Drempel aufstehend und zum Einbau stehender Fenster an den Traufseiten von Dachräumen genutzt.
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Generalunternehmer (GU)
Als Generalunternehmer bietet ein Bauunternehmer seine Dienste den Bauleuten immer dann an, wenn diese ein ganzes Haus „aus einer Hand“ und insbesondere zu einem vorab vereinbarten Festpreis angeboten bekommen möchten. Der typische Bauunternehmer ist selbst nur Meister als Maurer und Betonbauer. Will er als Generalunternehmer tätig sein, muss er also entweder Meister der anderen angebotenen Baugewerke einstellen oder entsprechende Unternehmen als Subunternehmer beauftragen. Der Generalunternehmer ist also eine besondere Form der rechtlichen Position des Bauunternehmers gegenüber seinem Auftraggeber. Der Begriff findet praktisch nur im Bereich des Steinmassivbaues Verwendung, auch wenn die Generalunternehmer im Holzrahmenbau ebenfalls regelmäßig mit Subunternehmern arbeiten. In diesem Bereich bevorzugen jedoch alle Beteiligten die Bezeichnung „Fertighaushersteller“.
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Glaseinstand
Bereich, in dem das Scheibenpaket einer Fensterverglasung (ähnlich wie bei Reifen und Felge) in das Rahmenprofil eines Fensterflügels eintaucht.
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Glasleisten
Klemmleisten als Bestandteil eines Fensterprofils, die auf dessen Raumseite das Scheibenpaket in seiner Position fixieren, wie es in früheren Zeiten mit einer Kittmasse gelöst wurde.
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HOAI
Die „Verordnung über die Honorare für Architekten- und Ingenieurleistungen“ (Verkehrsname: Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) regelt den Rechtsrahmen für die Preisfindung bei Architektenleistungen und enthält mit ihrem Modell der „Leistungsphasen“ auch einen „Fahrplan“ für die Tätigkeiten des Architekten und deren Reihenfolge annähernd analog zu den chronologischen Abläufen von Bauprojekten. Gleichzeitig hat sie eine wesentliche Bedeutung für die Risikoberechnung der zwingend nachzuweisenden Berufshaftpflichtversicherung der Architekten. Im Zuge der EU-Harmonisierung diverser Verordnungen wurde die verbindliche Anwendung der HOAI inzwischen weitgehend aufgeweicht.
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Hohlkammerstein / Hohlblock
In den achtziger Jahren ist man aus dämm- und arbeitstechnischen Gründen dazu übergegangen, Mauersteine nicht mehr aus massivem Material herzustellen, sondern sie aus Batterien von Kammern und Stegen zu konzipieren – gewissermaßen Käse mit großen Löchern nachahmend, nur eben mit strukturiert angeordneten Materialsteg-Luftkammer-Wechseln. Aus thermischen und schalltechnischen Gründen gibt es diese Kammern heute oft auch dämmstoff- statt luftgefüllt. Die Steine sind nun regelmäßig 25 cm hoch und sehr maßgenau, um sie bis zu 1 mm dünn vermörteln zu können.
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Holzmassivhaus
Ähnlich wie in der Holzrahmenbauweise lassen sich Wandtafeln auch aus zumeist Brettschichtholz herstellen. Im Gegensatz zum Blockhaus finden hier keine gewachsenen Stämme Verwendung, wohl aber Holz oder Holzwerkstoffe über die gesamte Wandstärke. Anbieter von Holzmassivhäusern arbeiten in der Regel weniger industriell als ihre Mitbewerber von der Holzrahmenfraktion. Das betrifft sowohl die Stückzahlen als auch den Anteil der Arbeiten, die auf der Baustelle direkt gefertigt werden. Holzmassivhäuser werden typischerweise von inhabergeführten Zimmereibetrieben hergestellt, die Ökologie nicht als Marketing-Worthülse verstehen. Häufig kommen dabei auch Techniken der leimfreien Holzverbindung wieder zum Einsatz. Regelmäßig findet man dabei eine Symbiose von Tradition und Hightech.
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Holzständer-Bauweise
Die Hersteller haben die Volksmund-Bezeichnung zwar übernommen, korrekt handelt es sich aber um nur geschoßhohe Wandtafeln aus Holzrahmen. Ähnlich den Sparren eines Dachstuhles werden dabei in regelmäßigen Abständen hölzerne Pfosten eingelegt, die mit Dämmstoffen ausgefacht werden. Diese in der fertig aufgestellten Wand senkrechten Pfosten leisten wesentlich die Abtragung von Biege-, Zug- und Windlasten. Die Verwindungssteifigkeit wird jedoch hauptsächlich durch die beidseitige Beplankung hergestellt.
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Kellergeschoss
Allseits vollständig oder zumindest weitgehend unterirdisches Geschoss, welches überwiegend Nichtwohnräume enthält.
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Kniestock
Höhe der Aufmauerung der Außenwand zu dem Zweck, die Fußpfetten eines geneigten Daches über den Fußboden des Dachgeschosses anzuheben; gegenteiliger Lösungsweg zum > Drempel
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Konstruktions-mauerschale
Die aus statischer Sicht „eigentliche“ Außenwand, an welche die Innenwände anstoßen und auf der die Geschossdecken aufliegen; tragende Schale einer zweischaligen Wand oder einzige gemauerte Schale einer Wand innerhalb eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS).
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Lagerfuge
Als Mörtelbett ausgebildete Fuge, auf die die nächste Lage Mauersteine gesetzt wird.
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Läufer
Mauerziegel, längs zu seinen Nachbarn ausgerichtet.
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Läuferverband
Mauerverband, ausschließlich aus Läufern.
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Leichtbauwand
Für nichttragende und nicht aussteifende Innenwände werden an verschiedenen Stellen und aus ebenso verschiedenen Gründen häufig Leichtbauwände eingesetzt, deren Aufbau denjenigen von Holzrahmentafeln ähnelt. Anstelle der früher üblicheren Kanthölzer finden dabei heutzutage vorwiegend Stahlblechprofile Verwendung. Als Nahezu-Standard hat sich dabei durchgesetzt, die Profile auf beiden Seiten doppelt mit Gipskartonplatten zu beplanken, teilweise auch mit (meist MDF) „Spanplatten“.
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Massivhaus
Gebräuchlich ist der Begriff ”Massivhaus” vor allem für ein auf der Baustelle Stein auf Stein gemauertes Haus. Einige wenige Anbieter stellen Wandtafeln auch vorgefertigt in ihren Werkshallen her, manche davon ebenfalls gemauert aus Steinen derselben Formate, wie sie auch klassisch auf der Baustelle verwendet werden. Häuser massiv bauen kann man jedoch auch mit anderen Materialien wie Beton oder Holz. Ein Massivhaus kann sogar teilweise auch Leichtbauwände aus verschiedenen Materialien beinhalten.
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Mauerziegel
Ziegel zur Herstellung von Mauern wurden lange Zeit in einem heute noch für Klinker gebräuchlichen Format hergestellt und klassisch auf den Stoß- und Lagerseiten vermörtelt gemauert. In den damaligen kleinen, handgreifbaren Formaten hatten sie sogar noch eine massive Struktur. Mit dem Aufkommen der großformatigen Plansteine sind sie ungebräuchlich geworden und werden in Neubauten nur noch für spezielle Anwendungen eingesetzt.
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MDF-Platte
Vom Anwendungsbereich ähnlich, unterscheidet sich die mitteldichte Faserplatte (Medium Density Fiberboard) von der Spanplatte in der Herstellung und in der Glätte der Schnittflächen. Während die Spanplatte dem Namen gemäß wesentlich aus Sägespänen besteht, machen diese bei der MDF-Platte nur einen kleinen Anteil aus. Hier finden beispielsweise Holzhackschnitzel Verwendung.
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Monolithisch
Ein aus einem Block bestehendes Ganzes. Damit ist nicht gemeint, dass eine Mauerwand an einem Stück aus dem Steinbruch gehauen worden wäre. Von Fugen zwischen den einzelnen Steinen ist sie durchaus durchzogen. Der Begriff wird vielmehr zur Abgrenzung verwendet: Eine monolithische Wand besteht nur aus Mauersteinen, ein Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) dagegen meist aus einer (dünneren) Mauerstein-Schale und einer unmittelbar davorgesetzten Schicht aus Dämmplatten.
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Nutzungsschablone
In Bebauungsplänen wird tabellarisch für alle Baugrundstücke mit einer Handvoll rasch erlernbarer „Geheimzeichen“ dargestellt, wie dicht die Grundstücke bebaut werden dürfen, in welcher Höhe die Gebäude zulässig sind, welche Dachformen gewählt werden können und so weiter. Oberhalb der Tabellenfelder steht dabei die Gebietsart, zum Beispiel „WA“ für ein allgemeines Wohngebiet oder „MD“ für ein dörfliches Mischgebiet. Die Planzeichen sind in der Planzeichenverordnung nachzusehen und in der Planlegende erläutert.
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Obergeschoss
Häufig werden als Obergeschosse alle diejenigen Stockwerke bezeichnet, die oberhalb des Erdgeschosses gelegen sind. Zuweilen wird der Begriff aber auch spezifisch nur für diejenigen Obergeschosse verwendet, die ausschließlich Außenwände ohne Dachschrägen haben, sich also abgesehen davon, dass sie nicht ebenerdig sind, von Erdgeschossen „auf den ersten Blick“ nicht unterscheiden.
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Planstein
Großformatiger Stein mit sehr ebenmäßigen Kanten für das Mauern mit sehr dünnen Mörtelschichten, die auch nur noch an den Lagerseiten anhaften. Die Stoßseiten werden dank verzahnter Profilierungen trocken aneinandergesetzt. Im Zuge gestiegener Ansprüche an die Wärmedämmung von Außenwänden haben Hohlkammersteine die früheren Vollziegel verdrängt, was bei gleichem Gewicht je Stein größere Steinformate ermöglicht hat. Plansteine findet allerdings kaum jemand für Sichtmauerwerke attraktiv, weswegen sie regelmäßig hinter Putz oder Verblendern „versteckt“ werden.
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Randverbund
Ein- und Umfassung der umlaufenden Kanten eines Scheibenpaketes durch Abstandshalter und eine Art Klebeband, welches dieses Paket umklammert.
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Riemchen
Etwa daumendicke Scheiben meist von Klinkern, deren Ansichtsfläche identisch mit einem Verblender ist.
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Schalungsstein-systeme
Eine bei Selberbauenden gern gesehene Bauweise ist, ähnlich „Legosteinen“ aufeinandergesetzte Hohlsteine mit Stahlbeton auszugießen. Teils aus Überzeugung von ihren Produkten als „Allzweckwaffe“, teils aber auch aus mäßiger Kompatibilität mit anderen Baumaterialien (einschließlich Schalungssteinen anderer Hersteller) haben ihre Erfinder ihre Außenwandsteine dabei mit Innenwandsteinen, Stürzen, Deckenelementen etcetera zu ganzen Systemen ausgetüftelt. Der Beitrag „Vorsicht vor Schalungssteinen – Berstgefahr!“ widmet sich diesem besonderen Wandbaustoff, der wohl nicht ohne Grund bei Bauträgern und Generalunternehmern äußerst unpopulär ist.
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Scheibenpaket
In mehrscheibigen Fensterverglasungen wird anstelle einer einzelnen Scheibe eine Mehrzahl von Scheiben mit dazwischenliegenden, in Abstandshalter eingefasste Edelgasfüllungen eingesetzt und von einem Randverbund umschlossen.
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Stoßfuge
Fuge zwischen benachbarten Mauersteinen, heutzutage „trocken“, also nicht mit Mörtel gefüllt und zu diesem Zweck meist verzahnt profiliert.
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Traufe
In der alltäglichen Sprache ungebräuchlich gewordenes Synonym für die Regenrinne.
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Traufhöhe
Höhe einer virtuellen Abrisskante: Wenn eine gedachte Dachfläche keinen Überstand hätte, würde die bildlich namensgebende Traufe in dieser Geraden liegen, wo die Dachfläche das himmelwärts Streben der Außenwand “abriegelt”.
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Trockenbau-
warze

Schmähbegriff für Särge aus Gipskartonplatten zur Verkleidung von auf Wänden oder unter Decken “auf Putz” verlegten Rohren und dergleichen (meist ein Eingeständnis vernachlässigter Detailplanung)
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Untergeschoss
Als Untergeschoss wird ein Stockwerk bezeichnet, welches teilweise zumindest einseitig unterhalb der Geländeoberfläche liegt. Ein Untergeschoss ist bei Hanggrundstücken manchmal auch das Eingangsgeschoss.
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Vormauerziegel
Mauerziegel beim Einsatz als Verblender.
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Verblender
populärer Kurzbegriff für einen Mauerstein zur Verwendung in Mauerschalen zu dekorativen Zwecken, im handlichen Barrenformat klassischer Mauerziegel; meist Klinker oder Kalksandstein
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Wärmedämm-Verbundsystem
Kurz: WDVS, Kombination aus einer Konstruktionsmauerschale und einer einfachen oder doppelten Schicht von Dämmplatten oder -matten, die ohne Zwischenraum auf der Außenseite der Konstruktionsmauerschale angebracht werden
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warme Kante
Randverbund von Scheibenpaketen in Fenstern, der auf eine niedrige Wärmeleitfähigkeit optimiert wurde
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Zeichenknecht
Inoffiziell, aber populär wird mit einem Zeichenknecht jemand bezeichnet, der trotz der Befähigung, sich mit einem eigenen Architekturbüro niederzulassen, seinen Lebensunterhalt in der intellektuell unterfordernden Funktion einer Bauzeichnerin oder eines Bauzeichners tätig ist. Dies geschieht regelmäßig angestellt bei einem Bauunternehmen. Auch Architektinnen, die während oder nach der Erziehungspause in Teilzeit arbeiten möchten oder ruhestandsnah arbeitslos gewordene Architekten finden hier häufig eine derartige Beschäftigung.
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Zwischenhaus
Von 11ant geprägter Begriff für ein vorübergehend als Trittstein zwischen der Mietwohnung und dem Traumhaus mehrjährig genutztes Familiennest, wenn der Immobilienmarkt das Traumhaus bzw. das dafür benötigte Grundstück noch nicht hergibt. (Siehe Beitrag: “Das Zwischenhaus“)
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